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Teufelskralle

Hilft bei Rheuma 
 
 
Die Heimat der Teufelskralle (lat. Harpagophytum procumbens, engl. Devil’s Claw) ist das südliche und südwestliche Afrika, genauer die Savannen der Kalahari in Botswana und in Namibia. Die dort lebenden Einwohner verwenden die Wurzel schon seit Jahrhunderten.

Aus der knolligen Wurzel brechen zu Beginn der Regenzeit frische Triebe hervor, die flach auf dem Boden liegend etwa einen Meter lang werden und leuchtend rote Blüten ausbilden. Die Frucht verholzt im trockenen Klima schnell und bildet lange verzweigte Arnme aus, die wie Widerhaken aussehen und der Pflanze den Namenszusatz "Kralle" verliehen haben.

Aber nicht die Früchte sind das Ziel der Wüstensammler, sondern die unterirdischen Wurzelknollen, die bis zu 6 cm dick und 500 g schwer werden. Da die Wildvorkommen ziemlich dezimiert sind, gibt es zunehmend einen kontrollierten Anbau, der auch eine gleichbleibende Qualität und den ausreichenden Nachschub sichert. Durch Auswahl besonders wirkstoffreicher Sorten, eine optimierte Bewässerung und Pflege, hat sich die Qualität der Speicherwurzeln in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert.

Hauptinhaltsstoff der Wurzel ist das Hapagosid, ein Glycosid, mit entzündungs-
hemmender und schmerzlindernder Wirkung. Der zu den Zimtsäureestern zählende Stoff ist bis zu 2% in der Wurzel enthalten. Wahrscheinlich ist aber, dass auch andere Bitterstoffe der Wurzel hinzukommen müssen, um die Wirkung von Teufelskrallen-Extrakte zu erklären. Im Tierexperiment an Ratten konnte ein analgetischer, antiphlogistischer und antiarthritischer Effekt demonstriert werden.

Diskutiert wird eine Stabilisierung der Zellmembran durch Hapagosid, die so die Freisetzung von entzündungsauslösenden Faktoren ins umliegende Gewebe unterbinden kann. Auch beim Menschen gibt es Studien, die Erfolge bei der Behandlung rheumatischer Beschwerden zeigen. Anders als bei den klassischen Antirheumatika muss man keine Nebenwirkungen befürchten. Die Teufelskralle eignet sich daher hervorragend zur Anwendung bei chronischen oder subakuten Zuständen.


Heilpflanzen als Alternative zu herkömmlichen Rheuma-Mitteln
Weltweit greifen ca. 30 Mill. Menschen zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden zu Medikamenten. In der EU schätzt man die Zahl allein auf ca. 10 Millionen, die regelmäßig Tabletten nehmen. Am häufigsten werden immer noch Schmerzmittel, wie Paracetamol, Cortison oder Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) verschrieben. Da Cortison, vor allem wenn es längere Zeit eingenommen wird, bekanntlich zahlreiche Nebenwirkungen mit sich bringt (Abwehrschwäche, Bluthochdruck, Knochenerweichung), wird es von vielen Menschen abgelehnt. Die NSAR (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac) werden zwar von vielen Menschen als harmlos eingestuft, aber sie sind auch nicht ohne Risiko (Magengeschwüre, Bauchkrämpfe, Durchfälle).

Als alternative Methoden setzen daher immer mehr Ärzte und Patienten auf pflanzliche Mittel. Doch auch bei den Alternativ-Therapie ist längst noch nicht alles, was ausgelobt wird, auch wirklich hilfreich. Sehr umstritten und bisher ohne klinisch ausreichenden Nachweis sind z. B. Enzymtherapien, Thymusextrakte (BSE-Gefahr) oder ß-Sitosterin-Präparate. Einige Heilpflanzen konnten dagegen in den letzten Jahren recht überzeugende Beweise ihrer Wirksamkeit antreten. Dazu zählen z. B. die afrikanische Teufelskralle und der arabische und indische Weihrauch.

Die aus dem südlichen Afrika stammenden Wurzeln der Teufelskralle enthalten ein Glycosid, Harpagosid genannt, das gezielt in den Arachidonsäure-Stoffwechsel eingreift. Die Arachidonsäure ist Ausgangspunkt einiger Verbindungen, die das rheumatischen Geschehen ablaufen lassen. Bewegungseinschränkungen und Schmerzen können heute mit einem Teufelskrallen-Produkt genauso effektiv bekämpft werden, wie mit chemischen Mitteln. Dabei sind die Nebenwirkungsraten deutlich niedriger, ebenso die Therapiekosten. Die Sache hat allerdings einen Haken, die weltweiten Bestände der Teufelskralle sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Immer mehr Hersteller sind daher übergegangen in Namibia, der Heimat der Pflanze, eigene Plantagen anzulegen, wo die Pflanze gezüchtet wird. Dies hat mehrere Vorteile: die natürlichen Wildvorkommen der Pflanze werden nicht mehr angetastet, der erhöhte Bedarf kann befriedigt werden und man erhält Ware von gleichbleibender Qualität.

Auch die Forschungsergebnisse mit einer weiteren Pflanze haben in den letzten Jahren viele Hoffnungen gemacht: Weihrauch. Das Harz des Weihrauchs wurde bereits vor 3000 Jahren in Indien zur Behandlung rheumatischer Beschwerden benutzt. Die im Harz enthaltenen Boswelliasäuren sind die eigentlichen Wirksubstanzen. Sie halten den Entzündungsprozess auf und lindern den Schmerz. Nach dem was man bis heute weiß, greifen die Boswelliasäure in die Arachidonsäure-Kaskade ein, in dem sie die Bildung der schmerz- und entzündungsvermittelnden Leukotriene unterbinden. Aus vielen Ländern gibt es inzwischen Studien, die die Wirksamkeit verschiedener Extrakte aus Boswellia carteri, Boswellia sacra und Boswellia serrata belegen.
 
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