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Selen

Schutz der Zellen 
 
 
Wie alle Mineralstoffe und Spurenelemente ist Selen ein Element, das kein Organismus selbst herstellen kann. Selen muss daher von allen Lebewesen mit der Nahrung oder über das Wasser aufgenommen werden. Vulkanische Böden sind meistens sehr selen-reich. Die dort angebauten Feldfrüchte enthalten daher hohe Selenmengen. Auch über das Trinkwasser nehmen Tiere und Menschen dann viel Selen auf. Mitteleuropa ist aber ein typisches Selen-Mangelgebiet. Hinzukommt, dass die Ackerböden durch sauren Regen ausgelaugt werden, weil das Selen mit dem sauren Regenwasser weggespült wird. Wir halten daher unseren Selen-Spiegel nur noch dadurch aufrecht, indem wir zunehmend Lebensmittel aus Gegenden einführen, die einen hohen Selen-Gehalt im Boden aufweisen.

Selen ist zur Funktion des Enzyms Glutathionperoxidase erforderlich. Dieses Enzym ist Teil des enzymatischen Schutzsystems der Zellen vor Freien Radikalen. Bekannter als die Enzyme, die als Radikalfänger fungieren, sind bei vielen Menschen die direkt antioxidativ wirkenden Substanzen, wie das Vitamin E und das Vitamin C. Daneben hat der Körper aber auch ein enzymatisches Schutzsystem, dessen verschiedene Enzyme zum Abfangen der Freien Radikale unterschiedliche Spurenelemente benötigen, z. B. Selen, Kupfer, Mangan, Zink. Die Enzyme entgiften dann die Zellen, so dass Umweltgifte, Strahlungen, Zigarettenrauch, etc dann nicht mehr kanzerogen (krebserregend) oder mutagen (erbgutverändernd) wirken.

Selen stimuliert auch die Antikörperproduktion, insbesondere die Immunglobuline G. Auch das Gamma-Interferon, der Tumor-Nekrose-Faktor und die körpereigenen Killerzellen brauchen ausreichend Selen, damit ihre Bildung nicht gestört wird. Herinfarkt-Patienten haben einen niedrigeren Selen-Plasmaspiegel als gesunde Personen. Außerdem beugt Selen Zweitinfarkten und Herz-Kreislauf bedingten Todesursachen vor. Spätestens seit den Untersuchungen zur Keshan-Krankheit in China ist dieser Zusammenhang bekannt. In einem typischen Selen-Mangelgebiet in China war es zu sehr stark gehäuften Fällen von Herzmuskelschwäche mit Schwindel, Atemnot und Blutdruckabfall gekommen. Erst durch eine ausgedehnte vorbeugende Gabe von 60 µg Selen täglich konnte die Krankheit zurückgedrängt werden.

Gute Erfolge mit Selen hat man auch erzielt bei rheumatischen Erkrankungen, denn die gehen häufig mit einem niedrigen Selen-Status einher. Durch Selen-Supplementierung konnte das klinische Bild deutlich verbessert werden. Meistens sind aber noch weitere antioxidative Stoffe, wie Vitamin E, Vitamin C, ß-Carotin und ungesättigte Fettsäuren erforderlich.

Die Folgen eines Selen-Mangels können sein:
  • Herzvergrößerungen und Herzinsuffizienz
  • rheumatische und arthritische Beschwerden
  • Immunschwäche
  • Fertilitätsstörungen
  • Augenerkrankungen
  • Haar- und Nagelveränderungen
 
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